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Sri Lanka

Mit einem herzlichen Ayubowan wird man überall in Sri Lanka begrüßt. Die Menschen hier sind total freundlich und so wurden wir von unserem Guide mit einer Blumenkette vom Flughafen abgeholt. Sri Lanka ist ungefähr so groß wie Österreich, hat allerdings 21 Millionen Einwohner. 70% davon sind Singhalesen, 20% Tamilen und der Rest Einwanderer. Ungefähr 67% der Bevölkerung gehören dem Buddhismus an. Das wichtigste Lebensmittel ist die Kokosnuss. Aus ihr wird fast alles gemacht - Öl, Lotionen, Curry, Milch, etc. Bei Krankheiten schwören die Menschen auf Ayurveda, die ganzheitliche Medizin.

 

Unser erster Stopp war Negombo, auch "Little Rome" genannt, da es hier hauptsächlich Christen gibt. Die Stadt lebt vom Fischfang und so drängeln sich um 6 Uhr am Morgen schon die Menschen zum besten Fisch durch. Ein Großteil davon wird dann am Strand getrocknet, um einen ganz eigenen Geschmack zu bekommen. Jenseits der Fischplantagen kann man hier auch noch einen wunderschönen Strand genießen, bevor die Reise weitergeht ins Landesinnere.

 

Auf dem Weg nach Sigiriya machten wir Halt beim Elefantenfelsen, Kurunegala genannt. Elefanten zieren fast jeden buddhistischen und hinduistischen Tempel, da sie von der Bevölkerung als Nutztiere angesehen und somit mit größtem Respekt behandelt werden - meistens jedenfalls. Es gibt rund 6.000 Elefanten in Sri Lanka, die zur Gruppe der asiatischen Elefanten gehören und kleinere Ohren haben als die Afrikanischen.

 

Der Löwenfelsen ist ein Muss in Sri Lanka. Es geht über mehrere hunderte Stufen hoch hinauf bis zum damaligen Palast des Königs, der jetzt nurmehr eine Ruine ist. Für mich war dies eine der größten Herausforderungen, da ich ein wenig unter Höhenangst leide. Trotzdem bin ich froh, dass ich es geschafft habe, denn der Ausblick von ganz oben ist unglaublich schön.

 

Am nächsten Tag fuhren wir weiter nach Polonnaruwa. Das ist die zweite Königsstadt nach Anuradhapura. Im Jahre 200 v. Christi wurden alle Heiligtümer wegen eines Angriffes der Tamilen quasi übersiedelt. So finden sich dort heutzutage viele imposante Tempel und sogenannte Stupas, wo die Asche der verbrannten Leichen gebunkert wird.

 

Der Kaudulla Nationalpark war für uns eines der Highlights dieser Reise. Wir unternahmen eine Jeep-Safari und sahen unglaublich viele unterschiedliche, bunte Vögel, Pfauen, Adler, Papageien, Reiher, Affen, Büffel und natürlich hunderte Elefanten. Sie sahen so friedlich aus, wie sie da beim Wasserloch stehen, auf der Wiese grasen oder einfach nur neugierig um das Auto herum laufen. Diese grauen Riesen haben es mir wohl angetan. Ja, definitiv - ich bin verliebt!

 

Unser nächstes Ziel waren die Höhlentempel von Dambulla. Diese Tempel sind im 1. Jahrhundert v. Christi entstanden und wurden später immer wieder erneuert. Insgesamt gibt es hier 153 Buddha-Statuen, 3 Statuen von Königen und 4 Statuen von anderen Göttern. Die Höhlen wurden komplett mit Naturfarbe bemalt. Ein Wunder, dass sich dies über die Jahre gehalten hat. Nicht weit entfernt in Matale sahen wir uns einen Hindu-Tempel an. Dieser ist prunkvoll geschmückt von oben bis unten und verziert mit vielen Statuen der Hindu Götter. Davon gibt es über 100, die bekanntesten sind Shiva, Vishnu, Ganesh und Krishna. Die Götter sind nicht alle gut, deswegen leben die Menschen in Ehrfurcht vor ihnen. Der Hinduismus ist die älteste Religion überhaupt.

 

Auf dem Weg nach Kandy nahm der Verkehr allmählich zu, bis wir in einem Chaos aus Autos, Tuctucs, Mopeds und Fahrrädern feststeckten. Hier wollen alle zum berühmten Zahn von Buddha, in den Zahntempel. Jeden Abend wird dieser durch eine Zeremonie geehrt, da die Buddhisten glauben, die spirituelle Kraft Buddhas steckt noch in diesem Zahn. Die Tempelanlage ist wunderschön, hier finden sich sogar einige Hindu-Tempel innerhalb der Anlage.

 

Wenn man es aus dem Verkehrschaos wieder raus geschafft hat, lohnt sich erst mal der Besuch der botanischen Gärten in der Universitätsstadt Peradeniya. Hier kommt man zur Ruhe, während man an den rund 4.000 unterschiedlichen Blumen, Sträuchern und Bäumen aus aller Welt vorbei schlendert. Ebenso sehenswert auf dem Weg in die Berge sind die Ramboda Wasserfälle. Sobald die Nebeldecke passiert ist, gibt es so weit das Auge reicht nurmehr Teeplantagen. Sri Lanka ist beliebt für seinen "Highland-Tea", der über 1.000 Meter über dem Meeresspiegel angebaut wird. Hier herrschen perfekte Wetterbedingungen für den "besten Tee der Welt". Ein Arbeiter schafft es bis zu 50 Kilogramm Teeblätter pro Tag zu pflücken. Schwarz- und Grüntee werden aus den größeren Blättern hergestellt und Weißtee aus den Kleinen. Die Blätter werden in Fabriken mehrfach getrocknet und gefiltert. Erst nachdem die Blätter zerkleinert sind, kann man sie aufgießen. Je kleiner, desto stärker ist der Tee.

 

Wir erreichten Nuwara Eliya am späteren Nachmittag und wussten sofort, warum es auch "Little England" genannt wird. Es regnete in Strömen und so fiel auch unsere Wanderung am nächsten Tag sprichwörtlich ins Wasser. Stattdessen erkundeten wir die kleine Stadt, die im 19. Jahrhundert als Erholungsort gegründet wurde. Es gibt ein altes Postamt, eine Pferderennbahn, einen Golfplatz und viele der alten Hotels sind fast noch zur Gänze erhalten geblieben.

 

Der Zug nach Ella war ein weiteres Highlight unserer Reise. Super laut und unbequem geht es 2,5 Stunden durch die wunderschöne Berglandschaft. Früher haben die Briten diesen Zug zum Teetransport verwendet. Die Menschen sitzen bei den offenen Türen, essen ihr Curry und Kinder tollen am Gang herum. In Ella angekommen bestiegen wir den "Little Adams Peak", von dem man eine traumhafte Aussicht in den Süden hat.

 

Auf dem Weg in den Yala Nationalpark machten wir noch Halt in Buduruwagala, der Name bedeutet "Buddha gezeichnet am Felsen". Dies ist eine 17 Meter hohe Buddha-Zeichnung, die 2.100 Jahre alt ist. Später am Nachmittag unternahmen wir eine 4-stündige Jeep-Safari durch den Yala Nationalpark, der bekannt ist für seine Leoparden. Wir waren vom Glück gesegnet, denn tatsächlich konnten wir tief im Dickicht einen entdecken. Leider nicht sehr gut, aber immerhin.

 

Unsere Rundreise endete in Mirissa. Hier hatten wir noch einige Tage Zeit, um am Strand zu entspannen. Leider hat das Wetter nicht wirklich mitgespielt und es regnete fast die ganze Zeit. An einem zumindest halbwegs sonnigen Vormittag unternahmen wir eine Whale Watching Tour. Im indischen Ozean trifft man auf viele Blauwale, die größten Säugetiere der Welt. Sie können bis zu 33 Meter lang werden. Es waren so viele, ich konnte sie gar nicht zählen. Sie tauchen auf um Luft zu holen, die Wasserfontäne spritzt dabei bis zu 2 Meter aus dem Wasser. Ein unglaubliches Erlebnis.

 

Sri Lanka ist ein wahnsinnig facettenreiches Land. Die Leute sind irrsinnig freundlich und haben immer ein Lächeln auf den Lippen. Hinzu kommt das tolle Essen und die Leichtigkeit des Buddhismus. Elefantenliebhaber kommen ebenfalls auf ihre Kosten. Das Gesamtpaket spricht für sich, denke ich. Und wenn das Wetter auch noch mitspielt, sind traumhafte Ausblicke und Erlebnisse garantiert.

 

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