· 

Vietnam

Unsere Rundreise durch Vietnam startete in Hanoi. Hier geht es zuerst einmal darum beim Überqueren der Straßen nicht überfahren zu werden. Auf keinen Fall darf man sich auf die Ampeln verlassen und beim Wechseln der Straßenseite sollte man immer in stetigem Tempo weiter gehen. Die Stadt ist ständig in Bewegung und der Smog hängt in der Luft. Kleine Pagoden in den winzigen Gässchen sind wahre Ruhequellen und schöne Abstecher. Must-Sees sind das Ho-Chi-Minh Mausoleum, der Literaturtempel mit der ersten Universität des Landes und der Hoan Kiem See. Diesen sollte man unbedingt sonntags besuchen, da hier der Bereich rundherum für den Verkehr gesperrt ist und somit die Wahrscheinlichkeit niedriger ist von einem Auto oder Moped überfahren zu werden.

 

Nach dem ganzen Stress, den die Stadt in einem auslöst, wirkt die Ha Long Bucht auf den ersten Blick total attraktiv. Geschichten zufolge sollen die kleinen Hügel alle eine einzige, große Insel gebildet haben, bevor sie ein Drache vollkommen zerstört hat. Etwas Mystisches hat die Bucht auf jeden Fall, vor allem wenn sich der Nebel wie ein Schleier zwischen die Berge legt. Leider hat sich diese Schönheit schon ziemlich herum gesprochen und so stürmen Massen an Touristen jeden Tag die kleinen Inseln.

 

Ninh Binh war unser nächstes Ziel. Es wird als "trockene Ha Long Bucht" bezeichnet, da die Landschaft hier den kleine Bergen ähnelt, nur fehlt hier das Wasser rundherum. Am Besten wird alles auf dem Fahrrad oder Motorrad erkundet. Sehenswert sind die älteste Hauptstadt des Landes, genannt Hoa Lu, und der zweit größte buddhistische Tempel der Welt nach Angkor Wat, der Bai Dinh Tempel. Hier möchte ich außerdem noch eine ganz reizende Unterkunft empfehlen - Das "Sierra Homestay". Die Besitzer sprechen zwar nur gebrochenes Englisch, aber mit Google Translate und ein wenig Reisschnaps geht alles. ;-)

 

Ein weiteres Highlight dieser Reise war dann die sechs-stündige Weiterfahrt mit dem Nachtzug nach Dong Hoi. An dieser Stelle würde ich gerne allen Menschen, die leicht seekrank werden, von diesem Erlebnis abraten - eine wankende Bootstour ist nichts gegen diesen Zug. Trotz der abenteuerlichen Nacht fahren wir gleich weiter zu der Phong Nha Höhle - eine der größten Tropfsteinhöhlen der Welt. Die "Raumhöhe" beträgt hier über zehn Meter und plötzlich wird einem bewusst, wie klein der Mensch doch ist.

 

Die DMZ-Area (=Demilitarisierte Zone) war damals während des Vietnamkrieges die Schlachtfeldabgrenzung zwischen Nord- und Südvietnam. Wir besichtigten die Vinh Moc Tunnelsysteme, die so bedrückend waren, dass wir es kaum aushielten. Zwanzig Minuten befanden wir uns unter der Erde und ich kann mir gar nicht vorstellen, dass die Menschen teilweise Stunden oder Tage hier verbringen mussten. Trotz der zahlreichen Bomben sind die rund 114 Tunnel auf 3 Etagen gut erhalten geblieben.

 

Danach ging es weiter nach Huê, die zweite Hauptstadt des Landes. Eine riesige Zitadelle bildet das Zentrum der Stadt. Auf jeden Fall sollte man hier genug Zeit einplanen, da die Anlage sehr weitläufig ist. Durch Bombenangriffe bei der "Schlacht um Huê" 1968 wurde fast alles zerstört, doch einige Tempel sind erhalten geblieben. Seit 1993 ist die Zitadelle UNESCO-Welterbe. In der Umgebung sind außerdem die Kaisergräber von Khai Dinh und Minh Mang, sowie die buddhistische Pagode "Thien Mu" sehenswert.

 

Auf dem Weg nach Hoi An überquerten wir den Hai Van Pass, die Grenze zwischen Huê und Da Nang. Dieser liegt ungefähr 400-500 Meter über dem Meeresspiegel und bietet eine tolle Aussicht. Sehenswert auf der Strecke sind außerdem die Marble Mountains, auf denen eine riesige Tempelanlage mit etlichen Pagoden und Buddhastatuen erbaut sind. Hoi An ist eine süße kleine Stadt, die ihren vollen Charme erst bei Dunkelheit vollkommen entfaltet. Die Altstadt wird am Abend zu einer Fußgängerzone und durch tausende Lampions erhellt. Genau das richtige für kleine Romantiker, wie mich. Hoi An wird außerdem als "Hauptstadt der Schneider" bezeichnet. Auf jeden Fall sollte man sich hier etwas anfertigen lassen - es dauert nicht lang, ist maßgeschneidert und kostet nicht viel.

 

Mit dem Flugzeug ging es dann weiter in den Süden. Zuerst besuchten wir Nha Trang, das wie ein "vietnamesisches Miami" aussieht - Riesige Hotels befinden sich am breiten Sandstrand. Am Abend tummeln sich vor allem russische und chinesische Touristen in den unzähligen Bars und Clubs. Etwas ruhiger war es noch weiter südlich in Mui Ne. Hier kann man gut die Seele baumeln lassen. Sportlich Aktive können Kite- und Windsurfen und auch Wellenreiten.

 

Das Mekong Delta sollte man nicht verpassen, wenn man Vietnam besucht. Hier gibt es 13 Provinzen, die alle auf unterschiedliche Produkte spezialisiert sind. Wir besuchten eine Coconut Candy Fabrik in der Provinz Ben Tré. Die Herstellung war total spannend mit anzusehen und Kostproben bekamen wir auch. Die kleine Provinz ist übersät mit Kokospalmen, welche teilweise bis in die kleinen Wasserkanäle reinwachsen. Eine Bootstour ist hier ein Muss! Und wer sich traut steigt in eines der kleinen Tuctucs und lässt sich so auch das Innere der Inseln zeigen.

 

Der letzte Stopp unserer Reise war Ho-Chi-Minh-City (früher "Saigon"). Hier ist es unglaublich heiß, der Smog hängt wieder in der Luft und uns war schnell klar, dass das nicht unsere Lieblingsstadt wird. Hektik pur, der Verkehr war ähnlich wie in Hanoi und sowieso kein Vergleich mit den vorherigen kleinen Städtchen. Sehenswert ist auf jeden Fall das Hauptpostamt, die "Saigon Notre Dame Kathedrale" und der Bitexco Financial Tower. Von der Bar im 52. Stockwerk hat man einen mehr oder weniger schönen Blick über die Stadt. Außerdem ist das Kriegsrelikte-Museum zu empfehlen. Hier sollte man allerdings mehr Zeit einplanen und für schwache Nerven ist es nicht geeignet.

 

20 Tage sind vergangen, wie im Flug. Wir haben unglaublich viel gesehen und trotzdem hätte ich es noch ein wenig länger ausgehalten. Vietnam ist ein wahnsinnig facettenreiches Land und ich kann nur wärmstens empfehlen, sich bald auf den Weg dorthin zu machen.

Kommentar schreiben

Kommentare: 0